Heimatbuch Kinding

Heimatgeschichte Markt Kinding

Nach jahrelanger Arbeit konnte am 15. Dezember 2010 das Heimatbuch Kinding der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Buch "Kinding - Beiträge zur Heimatgeschichte des Marktes Kinding" umfasst 363 Seiten und kann zum Preis von 28 Euro bei der Gemeindeverwaltung Kinding (Tel 08467/840110) gekauft werden.

Folgende Beiträge sind darin veröffentlicht:

Helmut Tischlinger beschreibt in seinem Beitrag die Erd- und Landschaftsgeschichte des Kindinger Raumes und nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise durch die Millionen Jahre währenden Erdzeitalter vom Braunjura über Weißer Jura, Quartär und Tertiär bis in die Jetztzeit. Besonders die ICE-Baustelle gewährte interessante Einblicke und brachte als „Jahrhundertfundstelle“ bedeutende Braunjura-Fossilien mit ungeheuerem Arten- und Individuenreichtum hervor.

Ebenfalls weit zurück in die Geschichte führt der Beitrag von Karl Heinz Rieder. Er stellt archäologische Zeugnisse in und um den Markt Kinding mit einem Beitrag von Alfred Bammesberger vor. Der informative Spaziergang durch die reichhaltige Geschichte führt durch die Steinzeit, beschreibt die Epochen der Schnurkeramik, der Glockenbecherkultur, die Bronzezeiten, die Urnenfelder-, Hallstatt- und Latènezeit bis zu den Römern und Germanen. Die Beschreibungen der ersten Besiedlung und der Ortsentwicklung bis ins 16. Jahrhundert sowie die historische Erklärung des Ortsnamens Kinding vertiefen mit zahlreichen Fotos von Funden das Wissen um unsere Vergangenheit.

Die Kindinger Ehaft in hochstiftisch-eichstättischer Zeit - ein zentrales Instrument kommunaler Verwaltung und gemeindlicher Jurisdiktion ist der Beitrag von Bettina Kempf. Das althergebrachte Ortsrecht, die Ehaft, deren Bestimmungen erstmals im Jahre 1433 niedergeschrieben wurden, gibt interessante Einblicke in die festgelegte Ordnung, die das friedliche Zusammenleben der Kindinger Bürger in Bezug auf lokale Rechtssprechung, Verwaltung und Gewerbekontrolle einer längst vergangenen Zeit regelte.

Im Beitrag Flurnamen der Gemarkung Kinding nimmt Josef Hammer den Leser mit auf einen  Gang durch die Kindinger Flur, man beschreitet den Weg, den die früheren „Flurer“, die Flurwächter, gegangen sind und lernt dabei die Flurnamen der Gewässer, Wiesen und Auen, Äcker und Wälder sowie der alten Wege und Straßen kennen.

Mit der Haus- und Hofgeschichte von Kinding und ihrer Bewohner von Anna Elisabeth Hauf wird die Brücke zur Neuzeit geschlagen und der Gang durch die faszinierende frühe Geschichte des Ortes vervollständigt. Dokumentiert werden die alten Anwesen 1 bis 99 mit allen erfahrbaren Besitzwechseln und der Hofgröße aus der Zeit von 1504 bis in die Jetztzeit. Vervollständigt wird die Haus- und Hofgeschichte durch Berufsstand, Herkunft, Heiratspartner sowie Heiratsdaten, einem Register aller Familiennamen und einem Ortsplan aus dem Jahr 1814.

In seinem Beitrag über die Pfarrei Kinding mit ihren Kirchen und Kapellen beschreibt Leo Hintermayr den Urgrund von Kindings kirchlicher Vergangenheit. Die kirchlichen Verhältnisse und die pfarrorganisatorische Entwicklung mit dem Pfarrsprengel werden dem Leser ebenso nahe gebracht wie die Bau- und Kunstgeschichte der Kindinger Pfarrkirche Mariä Geburt und der wichtigsten Kapellen sowie die Friedhöfe und das Pfarrhaus. Ein weiteres Thema ist die Kemathener Ortskapelle.

Elmar Ettle hat sich dreier Themen angenommen: Zweihundert Jahre Gemeinwesen Kinding;

die Schule in Kinding und das Kindinger Verkehrswesen. Im ersten Kapitel befasst er sich mit der zweihundertjährigen Geschichte des Kindinger Gemeinwesens von der Säkularisation bis zur Gegenwart. Die Aufgaben einer bayerischen Gemeinde im Staatsverband, aber auch die Lebensumstände der in der Gemeinde wohnenden Menschen stehen hier im Blickpunkt des Interesses. Der zweite Beitrag befasst sich mit der Kindinger Schulgeschichte, beginnend in fürstbischöflicher Zeit. Er führt weiter ins Königreich Bayern, bis zum Ende des Dritten Reiches, in die Nachkriegszeit bis zur heutigen neuen Grundschule. Vom Kindinger Verkehrswesen erfährt der geschichtsinteressierte Leser im dritten Beitrag. Autobahn und Post sowie die Entwicklung der Bahngeschichte Kindings bis zur neuen ICE-Neubaustrecke sind hier die vorherrschenden Themen. 

Des Weiteren stellt Anna Elisabeth Hauf örtliches Brauchtum und Vereinsleben vor. Es wird hier der Spottname „Kindinger Heuschrecken“ aufgegriffen und die Entstehung und das Brauchtum rund um die Fosanegl beschrieben. In einem kurzen Abriss werden Kindinger Vereine und Gruppierungen vorgestellt und auch an alte, nicht mehr existierende Vereine erinnert.

Den Abschluss des Kindinger Heimatbuches bildet die Erzählung „Im Kindinger Forsthaus“ von Horst Kreuzberger. Mit der liebevollen Beschreibung von Kinding, die der Familienchronik der Familie Kreuzberger entnommen ist, werden rund 20 Jahre Zeitgeschichte, beginnend 1938, beschrieben.

 


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